Was versteht man unter einem Wechselkredit?

Der Wechselkredit wird unter anderem auch als Handelswechsel bezeichnet und beschreibt ein Darlehen, welches vor allem im Geschäftsbereich häufig zum Einsatz kommt. In Anspruch genommen kann der Kredit unter anderem für die Finanzierung von bestimmten Waren oder einer Dienstleistung. Als Käufer hat man die Option, eine erworbene Ware in bar oder über ein Darlehen zu bezahlen, welches einen gewissen Zahlungsaufschub gewährt.

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Der Wechselkredit – was ist das genau und wie funktioniert er?

Ein Wechselkredit kann beispielsweise von einem Lieferanten an einen Kunden vergeben werden – der Lieferant wird dadurch automatisch zum Kreditgeber. Noch bis vor einigen Jahren waren Wechselkredite sehr häufig im Geschäftsbereich vertreten, während sie heutzutage dort seltener üblich sind. Das liegt insbesondere daran, dass die Kosten- und Personalaufwände für die Darlehensverwaltung für viele Unternehmen zu hoch sind. Die Grundlage eines Wechsels stellt eine gültige Urkunde dar, welche mit den Regelungen des Wechselgesetzes einher gehen muss. Ein Wechsel wird stets auf den Namen des Begünstigten ausgestellt. Sofern ein neuer Begünstigter eingetragen werden soll, ist es erforderlich, seinen Namen ebenfalls in der Urkunde zu erwähnen. Diese Eintragung wird allerdings auf der Rückseite vorgenommen. So gesehen ist der Wechselkredit eine Art Kombination aus einem Zahlungsmittel und einem Darlehen.

Weiter verbreitet sind Wechselkredite heutzutage bei Geschäften, die mit Unternehmen im Ausland geschlossen werden. Ein Handelsdarlehen wird nicht wie andere Kreditformen maschinell verarbeitet und bringt daher hohe Verwaltungsaufwände für die Kreditinstitute mit sich. Als Gewerbetreibender profitiert man allerdings durchaus von den Eigenschaften eines Wechselkredits. Ein Kaufmann kann zum Beispiel einem Lieferanten einen Handelswechsel über 60 Tage vertraglich ausstellen. Wenn der Lieferant ebenfalls noch eine offene Zahlung bei einem Dritten begleichen muss, dann kann er den Wechsel an diesen offerieren. Hierfür muss der Dritte namentlich auf der Wechselurkunde eingetragen werden, um zu gewährleisten, dass die Forderung bis zur vereinbarten Frist an den Lieferanten bezahlt wird. Diese Vorgehensweise macht den Wechselkredit zu einer Sicherheit, die gewährleistet, die geforderte Summe zum entsprechenden Zahlungsziel auch wirklich zu erhalten.

Wie erfolgt die Übertragung eines Wechsels?

Um einen Wechsel zu übertragen, können zwei Methoden genutzt werden. Die erste Variante ist eine Übertragung mit der Hilfe eines Indossaments. Hier muss in der Urkunde ein bestimmter Vermerk aufgeführt sein, der mit der Signatur des Weitergebenden bestätigt wird. Mit dem Indossament kann der Inhaber nun den Wechsel einlösen. Der Indossant – der Weitergebende – ist für die Einlösung des Indossaments haftbar, allerdings hat er auch die Möglichkeit, die Haftung entweder zu beschränken oder sogar komplett auszuschließen. Hier spricht man vom sogenannten Angst-Indossament.

Die zweite Variante für die Übertragung eines Wechsels stellt die Zession, also die Abtretung, dar. Hier sollten jedoch einige Nachteile berücksichtigt werden, denn der Abtretende haftet nur jener Person gegenüber, an welche die Abtretung des Wechsels erfolgt. Sollte es nicht zur Einlösung eines Wechsels kommt, hat ein nachfolgender Inhaber des Wechsels keinerlei Ansprüche gegen diesen. Auch kann die Forderung im Falle einer Zession nicht im guten Glauben erfolgen, wie es bei einer Übertragung des Wechsels gegen ein Indossament der Fall wäre. Hier wäre stets eine besondere Begründung erforderlich.