Treuhandkredit

Was versteht man unter einem Treuhandkredit?

Der Treuhandkredit ist eine besondere Kreditform, welche sich in erster Linie dadurch auszeichnet, dass die Bank nur als Vermittler auftritt, nicht aber das Risiko des Kredits selbst tragen muss. Die wichtigste Aufgabe einer Bank ist bei einem Treuhandkredit, die Bonität des Kreditnehmers zu überprüfen. Unter anderem wird ein Treuhandkredit auch als durchlaufender Kredit bezeichnet.

Der Treuhandkredit - was ist das genau?

Die Bank trägt, wie bereits erwähnt, nicht das Kreditrisiko, wenn sie ein Treuhanddarlehen abwickelt, sondern fungiert lediglich als Vermittler. Das jeweilige Kreditinstitut übernimmt gleichzeitig die Aufgabe des Treuhänders. Sie leitet das Treuhanddarlehen an einen Dritten - eine Fremdbank - weiter. Die Bank, welche die Abwicklung durchführt, muss lediglich die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers prüfen. Weil sie im Auftrag des Treugebers tätig ist, stellt die Bank somit den Treuhänder dar. Das Darlehensrisiko übernimmt dagegen der Treugeber.

Dies kann nicht nur eine Bank, sondern auch der Staat sein. Für den Treugeber übernimmt der Treuhänder dabei verschiedene organisatorische und verwaltende Tätigkeiten. Weil auch der Kredit an sich durch den Treuhänder nur einer Fremdverwaltung unterliegt, bezeichnet man ihn demzufolge häufig als durchlaufenden Kredit. Gegen ein bestimmtes, individuell festgelegtes Entgelt lässt sich das Kreditrisiko zudem an das durchleitende Kreditinstitut weitergeben. Hier wird allerdings nicht mehr von einem Treuhandkredit gesprochen. In der Regel übernimmt die treuhänderische Bank also nicht das Risiko, vertritt aber weitestgehend die Interessen des eigentlichen Geldgebers. Sie haftet lediglich für die Weiterleitung und die korrekte Abwicklung des Kreditgeschäfts.

Die Zweckbindung bei einem Treuhandkredit

In den meisten Fällen wird schon Vorfeld durch den Treuhänder bestimmt, wofür das Treuhanddarlehen später verwendet werden darf. Oft handelt es sich bei diesen Darlehen um Kredite, die aus öffentlicher Hand stammen und wie eine Art Förderung funktionieren. Somit kommen sie speziellen wirtschaftlichen Parteien zugute, die entsprechend förderungsberechtigt sind. Einige nennenswerte Beispiele sind in diesem Zusammenhang öffentliche Kreditmittel zur Förderung des Wohnungsbaus, des Mittelstandes oder auch zur Durchführung von Energiesparprojekten. Ein großer Vorteil, der sich aus einem Treuhanddarlehen für den Kreditnehmer ergibt, ist dass die Verzinsung deutlich günstiger ist als bei anderen Kreditprodukten auf dem Finanzmarkt.

Von wem werden Treuhandkredite vergeben?

Es gibt verschiedene Institutionen, die ein Treuhanddarlehen vergeben können. Nicht nur der Staat und die öffentliche Hand, sondern auch Versicherungsfirmen und Sozialversicherungsträger können diese vergeben. Sie alle nehmen die Funktion der Kapitalsammelstelle ein. In der Regel arbeiten sie jedoch mit Banken zusammen, die als Weiterleiter auftreten und die Gelder an Firmen mit guter Bonität leiten. Versicherungsunternehmen vergeben ein solches Darlehen in erster Linie aus wirtschaftlichem Interesse, damit die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel der Versicherten möglichst lukrativ angelegt werden können. Der Verzinsung orientiert sich für gewöhnlich am aktuellen Zinsniveau auf dem Finanzmarkt.

Die Banken, welche als Treuhänder auftreten, erhalten durch die Kreditvermittlung zumeist nur wenige Gebühren oder auch Zinsen, die der Kreditnehmer bezahlt. Das liegt daran, das die Konditionen im Vorfeld schon vom Treugeber genau festgelegt werden. Für die Bank ergibt sich hier der Vorteil, dass sie selbst keine finanziellen Mittel zur Verfügung stellen muss und damit kein Risiko gegenüber dem Kreditnehmer eingeht.