Was ist eine titulierte Forderung?

Es gibt Forderungen zwischen Geschäftsleuten untereinander, zwischen Geschäftsleuten und Privatleuten oder unter Privatleuten. Wenn diese Forderungen nach einiger Zeit nicht bezahlt werden und auch Mahnungen nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann man sich privat oder als Unternehmen eine Forderung titulieren lassen. Das geht zum Beispiel in der Weise, dass man bei dem zuständigen Mahngericht einen Mahnbescheid beantragt. Der Schuldner hat in dem Fall zwei Wochen Zeit um Widerspruch gegen den Mahnbescheid einzulegen. Tut er dies nicht, kann der Gläubiger bei dem Mahngericht einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Das ist der schnellste Weg, wie man an einen Titel für eine Forderung kommt. Es handelt sich dann um eine titulierte Forderung.

Wenn der Schuldner widerspricht, kann sich der Gläubiger überlegen, ob er ein gerichtliches Verfahren in der Form einer Zivilklage gegen den Schuldner anstrengt. Neben den Gebühren, die er bereits für den Mahnbescheid gezahlt hat, fallen dann weitere Kosten an. Wenn der Gläubiger diese eingezahlt hat, kann er eine Zivilklage bei dem zuständigen Prozessgericht einreichen. Diese Klage kann er selbst verfassen. Er kann dabei aber auch die Hilfe eines Rechtsanwalts oder der Rechtsantragstelle bei dem Amtsgericht in Anspruch nehmen. Ab einem gewissen Streitwert (Höhe der Forderung) ist immer das Landgericht zuständig. Dort herrscht Anwaltszwang.

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Wie erhält man eine titulierte Forderung?

Der Schuldner bekommt dann die Klageschrift zugestellt. Er kann sich innerhalb einer bestimmten Frist gegen diese verteidigen. Hierzu kann auch er die Hilfe eines Anwalts in Anspruch nehmen. Bei geringem Einkommen kann der Schuldner zunächst Beratungshilfe und für das streitige Verfahren Prozesskostenhilfe unter Beiordnung eines Anwalts in Anspruch nehmen. Irgendwann wird das Gericht dann im schriftlichen Verfahren oder in einem Termin über das Bestehen und die Höhe der Forderung entscheiden. Wenn ein Urteil oder ein Beschluss erlassen werden, handelt es sich hierbei ebenfalls um vollstreckbare Titel. Der Gläubiger kann die vollstreckbare Ausfertigung dieser Titel beantragen. Er kann dann die Zwangsvollstreckung gegen den Schuldner in Bezug auf die titulierte Forderung betreiben. Ebenso kann er sich die Verfahrenskosten in einem Kostenfestsetzungsbeschluss festsetzen lassen. Auch hier handelt es sich dann um eine titulierte Forderung gegen den Schuldner.

In vielen Fällen wird ein Vergleich zwischen den Parteien geschlossen. Es kann sein, dass sich der Schuldner in dem Vergleich dazu verpflichtet, einen Teil der Forderung zu bezahlen. Auch in dem Fall hat der Gläubiger eine titulierte Forderung. Wenn der Gläubiger eine titulierte Forderung gegen den Schuldner hat, kann er gegen diesen Zwangsvollstreckungsmaßnahmen einleiten. Er kann zum Beispiel den Gerichtsvollzieher mit dem Antrag auf Abgabe der Vermögensauskunft zu dem Schuldner schicken. So erfährt er zum Beispiel, wo dieser arbeitet oder Bankverbindungen hat. Dann ist es möglich, einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss in das Vermögen des Schuldners zu beantragen.

Wie lange gilt eine titulierte Forderung?

Wenn man sich eine Forderung titulieren lässt, hat der Titel eine Gültigkeit von 30 Jahren. In dieser Zeit kann der Gläubiger immer wieder versuchen, sein Geld von dem Schuldner zu erhalten. Manche Schuldner sind auch dazu bereit Raten zu zahlen, wenn eine Forderung tituliert wurde. Gerade bei größeren Summen lohnt es sich also, eine titulierte Forderung zu haben. Der Gläubiger hat nur einige Auslagen, die er vorstrecken muss. Diese werden aber dann dem Schuldner auferlegt. Manche Forderungen kann man nur so eintreiben.