Was ist ein Rembourskredit?

Bei einem Rembourskredit handelt es sich um einen Akzeptkredit, dem ein grenzüberschreitendes Warengeschäft, ein Remboursgeschäft, zugrunde liegt. Beteiligt sind Importeur, Exporteur und die Remboursbank. Rembours ist ein französisches Wort, das Rückzahlung einer Auslandsforderung mit Hilfe der Bank bedeutet. Gerne wird der Rembourskredit mit dem Akkreditivkredit verwechselt. Der Akkreditivkredit ist nicht offen und der Begünstigte kann nicht erkennen, ob der Auftraggeber einen Kredit erhielt. Der Kredit für ein Remboursgeschäft ist ein Bankkredit und es sind alle Beteiligten bekannt. Beim Rembours werden Warendokumente als Kreditsicherheit bei der Remboursbank hinterlegt.

In 3 Min zum Wunschkredit
Wie viel benötigen Sie?

Arten des Rembourskredit

Beim direkten Kredit tritt der Importeur in eine direkte Bankbeziehung ein. Beim indirekten Rembours (Rembours of London) tritt der Importeur an seine Hausbank heran, die mit einer Remboursbank einen Kreditvertrag auf eigene Rechnung abschließt. Der Importeur ist für die Rückzahlung des Kredites seiner Hausbank verpflichtet.

Das Remboursgeschäft

Ein Warengeschäft mit dem Ausland kommt zustande und eine Bank wird um einen Kredit gebeten. Grundlage für das Geschäft sind die Fracht- und Versicherungspapiere (Konossemente und Versicherungsscheine), Fakturen und Prüfungszertifikate über Gewicht und Qualität. Der Wechselrembours, bei dem die Bank des Importeurs die Tratte des Verkäufers akzeptiert, ist das häufigste Remboursgeschäft.

Vor Abschluss des Importgeschäfts holt sich der Importeur den notwendigen Kredit von der Bank, vor allem wenn der Exporteur einen bestätigten Rembourskredit haben will. Die Remboursbank schließt mit dem Importeur einen Rembourskreditvertrag, der den Akzeptkredit und die Übergabe der Warendokumente bestimmt. Der Exporteur stellt eine Wechseltratte aus, die die Remboursbank als Bezogener akzeptiert. Die Bank nimmt nun die Tratte des Exporteurs gegen die Übergabe der Dokumente an. Damit verpflichtet sich die Remboursbank wechselrechtlich die gezogenen und akzeptierte Tratte am Verfallstag einzulösen. Der Importeur, der nicht auf dem Wechsel unterschreibt, verpflichtet sich den Rembourskreditvertrag mit der Remboursbank zu erfüllen.

Der Exporteur hat so die Sicherheit, dass die Remboursbank als zusätzlicher Schuldner für seine Forderung einsteht und übergibt der Remboursbank nun die Warendokumente. Die Versendung der Dokumente braucht üblicherweise eine gewisse Zeit. Der Exporteur im Ausland gibt seiner Bank Dokumente und Tratte und Sekunda- und Primaausfertigungen, d.h. die Primaausfertigung der Wechselurkunde ist die erste Ausfertigung und wird oft verwendet, wenn es keine andere geben soll. Die Sekundaausfertigung ist ein Duplikat des Wechsel, das als eigener Wechsel gilt. Diese diskontiert die Sekundapapiere und sendet die Primaausfertigungen und Dokumente der Bank des Importeurs zum Akzept. Sekunda- und Primaausfertigungen werden zusammen eingelöst. Sie haben beide einen bezogenen Vermerk, der sich auf das Remboursgeschäft bezieht.

Bedeutung des Rembourskredites

Die übersendeten Warendokumente gelten als gekorene Orderpapiere, die die Remboursbank, nach Indossierung, zur Eigentümerin der Waren macht. Ein gekorenes Orderpapier ist ein Wertpapier, das durch den Vermerk “an Order” zu einem Orderpapier wird. Ein geborenes Orderpapier ist von Natur, auch ohne Vermerk, ein Orderpapier. Indossierung ist die Form der Übertragung von Orderpapieren durch einen schriftlichen Vermerk.

Die Remboursbank vergibt an den Importeur einen dokumentären Akzeptkredit. Der Importeuer zahlt damit die Waren. Er erhält die Waren Zug um Zug gegen die Warendokumente. Der Exporteur erhält den Verkaufspreis. Der Rembourskredit ist ein Zahlungsmittel im Außenhandel, das dem Importeur die Warenübergabe sichert und dem Exporteur den Verkaufspreis. Der Rembourskredit schließt so, die Risiken einer Vorauszahlung oder eines ungewollten Warenkredites aus.