Was sind Obligation?

Obligationen – auch Anleihen genannt – stellen für Unternehmen eine Möglichkeit dar, um sich Geld zur Finanzierung zu beschaffen. Eine Obligation wird üblicherweise an der Börse gehandelt. Investoren können die Obligation zu einem bestimmten Kurs erwerben und erhalten dann in aller Regel einen Zinskupon. Zumeist wird dieser jährlich gezahlt. In einigen Fällen können die Zinszahlungen aber auch in kürzeren Abständen erfolgen. Da der Erwerber einer Obligation einem Unternehmen Geld leiht, hat er auch den Anspruch auf eine Zinszahlung, da er ein Verlustrisiko eingeht. Denn im Falle einer Insolvenz des Unternehmens, dem der Anleihengläubiger Geld geliehen hat verliert der Gläubiger sein Geld teilweise oder vollständig. Der Eigentümer einer Obligation ist nicht Eigentümer des Unternehmens und hat daher auch kein Mitspracherecht.

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Wie errechnet sich der Gewinn einer Obligation?

Die Rendite einer Obligation errechnet sich zum einen aus dem Zinskupon, den der Eigentümer erhält und den Kursgewinnen. Eine Obligation wird immer zu einem Nominalwert gehandelt. Steht sie bei einem Wert von beispielsweise 100, so erhält der Käufer den Zinskupon, z.B. 5 Prozent pro Jahr. Am Ende der Laufzeit bekommt er dann genau denjenigen Betrag zurück, den er dem Unternehmen zu Beginn auch geliehen hat. Bei einer Laufzeit von einem Jahr, wäre dies eine Rendite von exakt 5 Prozent.

Anders sieht der Fall aus, wenn der Kurs beim Kauf bei 90 Prozent steht. Hier muss der Gläubiger nur 90 Prozent des Nominalbetrags zahlen, um am Ende der Laufzeit 100 Prozent zurückzubekommen. Den Zinskupon in Höhe von 5 Prozent erhält er ebenfalls und bei einer Laufzeit von einem Jahr läge die Rendite deshalb bei mehr als 5 Prozent. Notiert die Obligation hingegen bei 110 Prozent, so liegt die Rendite des Investor im gleichen Fall bei weniger als 5 Prozent. Wichtig zu erwähnen ist, dass Anleihen während ihrer Laufzeit stark im Kurs schwanken können.

Sonderfälle bei Obligationen

Es gibt bei Anleihen einige Sonderfälle. Zum Beispiel gibt es sogenannte Zerobonds, die keinen Zinskupon haben. Daneben können sie auch vorrangig oder nachrangig sein. Erste werden hierbei auch zuerst bedient im Falle einer Insolvenz. Wenn dann noch eine Insolvenzmasse zur Verfügung steht, bekommen auch die nachrangigen Gläubiger eine Rückzahlung. Des Weiteren können auch unterschiedliche Stückelungen vorliegen. So können Anleihen bereits ab einem Nominalbetrag von 1000 Euro erworben werden. Manche Anleihen hingegen können erst bei Investitionssummen von 50 000 Euro oder mehr erworben werden. Sie werden allerdings auch in verschiedenen Währung ausgegeben. So kann die Rückzahlung nicht nur von der Anleihe selbst abhängen, sondern auch vom Wechselkurs. Dieser kann während der Laufzeit stark schwanken, was die Rendite zusätzlich sowohl positiv als auch negativ beeinflussen kann.

Obligationen weisen in ihrer Rendite hohe Unterschiede auf. Diese hängt zum einen von der Bonität des Schuldners ab – das können neben Unternehmen auch Staaten sein – und sie hängt auch von der Laufzeit oder dem durch die Zentralbanken vorgegeben Zinsniveau ab. Die Rendite bei einem Schuldner mit einer hohen Bonität ist niedriger als bei einem Schuldner mit einer niedrigen Bonität. Die Kreditwürdigkeit wird dabei oftmals durch sogenannte Ratingagenturen bestimmt. Halten die Zentralbanken die Zinsen niedrig, so ist die Rendite bei festverzinslichen Wertpapieren (Anleihen) auch niedrig.