Was ist ein Lombardkredit und wie funktioniert er?

Im Bankwesen bezeichnet der Lombardkredit eine Darlehensform, bei der der Kreditnehmer dem Kreditgeber als Sicherheit eine Art Pfand zur Verfügung stellen muss. Dies können nicht nur Wertpapiere, sondern auch bewegliche Sachen oder Guthaben auf dem Bankkonto sein. Genau genommen ist die Pfandleihe, wie man sie aus dem Pfandhaus kennt, ebenfalls ein Lombardkredit. Erst dann, wenn das Pfand als Sicherheit bei der Bank hinterlegt worden ist, wird das Darlehen an den Kreditnehmer ausbezahlt. Während der Laufzeit geht das Pfand in den Besitz des Kreditgebers über, allerdings behält der Kreditnehmer nach wie vor das Eigentum daran.

Nun kann der Kreditnehmer zwischen zwei Varianten wählen: Einerseits kann er die aufgenommene Darlehenssumme zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt inklusive aller Gebühren und Zinsen zurückzahlen. Damit bekommt er das abgegebene Pfand wieder zurück. Andererseits hat er die Option, bis zum Ende der Frist abzuwarten und den Kreditgeber so zum Eigentümer des Pfands zu machen. Sofern die Bank zustimmt, bietet es sich außerdem an, den Lombardkredit zu verlängern. Allerdings muss hier mit zusätzlichen Gebühren und natürlich auch mit mehr Zinsen gerechnet werden.

Ein Lombardkredit kann vor allem dann eine große Hilfe sein, wenn man kurzfristig auf Kapital angewiesen ist. Das kann für eine bestimmte Anschaffung sein oder auch, um eine offene Rechnung zu begleichen. Dabei handelt es sich grundsätzlich um eine kurz- bis mittelfristige Kreditform, bei der ein Darlehen gegen eine bestimmte Sicherheit gewährt wird. Diese Sicherheit kann zum Beispiel eine Verpfändung von eigenem Bankguthaben oder auch Wertpapieren sein.

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Worauf beim Abschluss eines Lombardkredits geachtet werden muss

Grundsätzlich ist die Beantragung eines Lombardkredits nicht sonderlich kompliziert und nimmt auch nicht viel Zeit in Anspruch. Die Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf ist jedoch, dass der Kreditnehmer die entscheidenden Sicherheiten zur Verfügung stellen kann. Zur Beantragung dieses Darlehens kann entweder die Hausbank, eine Direktbank im Internet oder auch ein Broker herangezogen werden. Unter Umständen ist es sinnvoll, im Vorfeld einen Vergleich verschiedener Kreditangebote durchzuführen. Damit kann man die besten Konditionen ausfindig machen. Insbesondere bei den Zinsen zeigen sich häufig große Unterschiede zwischen den Banken.

Ein wichtiges Kriterium beim Vergleich stellt vor allem der Zinssatz für den Kredit dar. Je niedriger dieser ist, desto günstiger fällt das Darlehen insgesamt aus. Ebenfalls berücksichtigt werden sollte bei den Überlegungen der Beleihungswert. Denn entsprechend der sogenannten Beleihungsgrenze wird letzten Endes auch die Darlehenshöhe der Pfandobjekte, die als Sicherheit hinterlegt werden, bestimmt. Hier kann es sinnvoll sein, einen Blick auf das Depotvolumen zu werfen, sofern man den Kredit bei einem Broker aufnehmen möchte. Oft wird ein Mindestdepotvolumen als notwendige Voraussetzung gefordert. Bedenken Sie des Weiteren, dass die Laufzeit nur so lange wie nötig angesetzt werden sollte.

Der Lombardkredit – für wen lohnt er sich?

Weil es bei dieser Kreditform ein nicht zu unterschätzendes Risiko gibt, sollten Neulinge im Handel mit Wertpapieren lieber eine andere Kreditform wählen. Wenn man allerdings als Trader schon einige Erfahrung gesammelt hat und weiß, wie Verluste gehandhabt werden, bietet sich ein Lombardkredit als praktische Möglichkeit an, um kurzfristig auf Kapital zurückgreifen zu können.