Was sind Kreditnebenkosten?

Wir alle wissen, dass offiziell präsentierte Kosten zu einem Produkt nicht immer den tatsächlichen auch entsprechen. Häufig werden versteckte Gebühren verschwiegen und erst kurz vor Vertragsabschluss im beiläufigen Satz erwähnt. Dies gilt auch bei finanziellen Dienstleistungen. Fonds besitzen neben einem Ausgabeaufschlag eventuell eine jährliche Verwaltungsgebühr und zusätzlich noch eine einmalige Bearbeitungsgebühr. Nicht anders ist dies zurzeit bei Girokonten, die laut offizieller Stellungnahme aufgrund der Niedrigzinsen nicht mehr kostenfrei angeboten werden können. Und dann gibt es noch die sogenannten Kreditnebenkosten bei der Anschaffung eines Kredits. Die jährlich zu bezahlenden Zinsen sind nämlich bei weitem nicht die einzige Sache, die der Anleger zusätzlich aufbringen muss.

In 3 Min zum Wunschkredit
Wie viel benötigen Sie?

Welche Kreditnebenkosten können anfallen?

Neben dem bereits erwähnten Nominalzins fallen noch weitere Gebühren unter Umständen an. Die berühmten Bearbeitungsgebühren dürfen dabei nicht fehlen. Diese können bis zu 3,5% betragen, von dem Kreditbetrag versteht sich. Bei einer Summe von 50 000€ wären das bereits 1750€. Ebenfalls zu den Kreditnebenkosten dazugesellen können sich Kontogebühren für das Führen eines Kreditkontos. Diese Abgabe sollte jedoch nicht im Vertrag festgeschrieben sein, da es eher unüblich ist. Der Schuldner kann jedoch auch aktiv zu einer Erhöhung der Kreditnebenkosten beitragen, indem er ausdrücklich eine sogenannte Restschuldversicherung wünscht, um sich gegen Zahlungsausfälle zu schützen. Dankbar für solch eine Versicherung ist man im Falle von etwa Tod, Verlust des Arbeitsplatzes oder Arbeitsunfähigkeit.

Verbraucherschützer warnen jedoch vor solchen Restschuldversicherungen. Wenn der Ernstfall eintritt, ist bei weitem nicht gewährleistet, dass die Versicherung zahlt. Besonders bei der 0%-Finanzierung in Elektronikmärkten oder Möbelhäusern sollte hierauf geachtet werden. Ein gern gesehender Streitpunkt bezieht sich auf die Arbeitsunfähigkeit. Wann gilt ein Kreditnehmer als arbeitsunfähig? Zwar hat der Gesetzgeber bereits Schritte vollzogen, um nicht gerechtfertigten Gebühren einen Strich durch die Rechnung zu machen, eine Garantie für die völlige Freiheit von solchen Gebühren ist damit allerdings nicht automatisch gegeben. Die Höhe der Kosten ist auch abhängig von Bank und Art des Kredits. So sind sie besonders im Falle der Baufinanzierung hoch. Bei einem Bausparvertrag fallen etwa 1% einmalige Gebühr zu Beginn an. Darüber hinaus erhält unter Umständen der Bankberater eine Vermittlungsprovision.

Welche Rechte hat man bei Kreditnebenkosten?

Folgende Ratschläge sollte man sich unbedingt zu Herzen nehmen. Der Kreditgeber ist dazu verpflichtet, sämtliche anfallenden Gebühren transparent aufzulisten. Wenn man das Gefühl hat, dass Angaben fehlen sollte man im Zweifel lieber nachfragen. Wenn man verschiedene Kreditangebote vergleicht, sollte man unbedingt auf den Effektivzins achten. Der Nominalzins gibt nämlich im Gegensatz dazu nur die Höhe des Darlehenzinssatzes an, ohne jegliche Gebühren miteingerechnet. Institute nutzen diesen Umstand und geben auf Angebotsseiten zunächst nur den Nominalzins an, um in einem persönlichen Gespräch beziehungsweise bei genauerem Hinsehen auf die versteckten Kosten hinzuweisen.

Auch wenn es trivial klingen mag: Zuerst alles in Ruhe durchlesen und erst danach unterschreiben. Vor allem Zusatzverträge wie die erwähnte Restschuldversicherung bedürfen eines zusätzlichen Blickes. Gerade jetzt, wo die Zinsen sehr niedrig sind und Kredite billig zu haben sind, ist darauf zu achten, dass man in kein Angebot hineinrutscht, welches zusätzliche Kreditnebenkosten beinhaltet, um den niedrigen Kreditzinsen entgegenzuwirken. Die sogenannte Preisangabeverordnung schreibt vor, dass sämtliche Kosten in einem Kreditvertrag aufgelistet sein müssen.