Was versteht man unter Kreditablöse?

In rechtlicher Hinsicht liegt eine Kreditablöse vor, wenn ein bestehender Kreditvertrag von einem Gläubiger auf einen anderen übertragen wird. Das trifft auch zu, wenn eine Bank bestehende Kreditforderungen von sich aus verkauft. Dazu ist die explizite Zustimmung des Darlehenskunden nicht erforderlich. Heute ist der Begriff Kreditablösung gebräuchlicher als Kreditablöse. Im üblichen Sprachgebrauch bezieht sich der Begriff der Kreditablöse hingegen grundsätzlich auf einen Gläubigerwechsel auf Veranlassung des Kreditnehmers. Er schließt zusätzlich die vorzeitige Rückzahlung des gesamten Kredites aus Eigenmitteln ein. Im zuletzt genannten Fall wird der bestehende Kredit nicht auf einen neuen Kreditnehmer übertragen. Der Kredit wird vor dem vereinbarten Fälligkeitstermin getilgt.

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Möglichkeiten zur vorzeitigen Ablösung bestehender Kredite

Bei Verbraucherdarlehen ist die Kreditablöse grundsätzlich jederzeit möglich, da der Kunde sein Darlehen ohne Angabe von Gründen vorzeitig zurückzahlen darf. Dieses Recht schließt neben der kompletten Tilgung des Kredites die Umschuldung ein. Bei einer Immobilienfinanzierung ist eine vorzeitige Kreditablöse hingegen während der ersten zehn Jahre der Zinsbindungsfrist schwieriger möglich. Dies geht vor allem dann, wenn der Kreditvertrag einen entsprechenden Passus enthält oder sich der Kunde auf einen schwerwiegenden Grund berufen kann. Als solcher gilt der geplante Verkauf der Immobilie, bei dem der Verkaufserlös zur Rückzahlung des Darlehens verwendet wird. In jedem Fall darf die Bank für eine vorzeitige Kreditablöse Vorfälligkeitszinsen berechnen.

Eine Ausnahme davon besteht nur dann, wenn der Kreditvertrag dem Kunden nicht ausdrücklich das Recht auf eine kostenfreie vorzeitige Tilgung einräumt. Ohne Zustimmung der Bank und ohne Berechnung von Vorfälligkeitszinsen ist die Ablösung einer Immobilienfinanzierung erst zum Zeitpunkt des Auslaufens der Zinsbindung möglich. In diesem Fall kann der Kreditnehmer sich frei für eine Anschlussfinanzierung bei der bisherigen oder bei einer anderen Bank entscheiden.

Besonderheiten bei der Ablösung von Verbraucherkrediten

Bei Verbraucherdarlehen gelten für die Kreditablöse im Rahmen einer Umschuldung besondere Regeln. Die Überweisung des Kreditbetrages erfolgt nicht auf das Bankkonto des Kunden. Sie erfolgen direkt auf die bisherigen Kreditkonten, die somit ausgeglichen werden. Direkt auf dem Konto des Kreditnehmers gehen lediglich die Teilbeträge ein, die für den Ausgleich des Girokontos bestimmt sind. Des Weiteren ist die Aufstockung des bestehenden Kreditvolumens im Rahmen einer Kreditablöse möglich. Dabei überweist die neue Bank den Ergänzungsbetrag ebenfalls auf das Bankkonto des Kunden. Viele Geldinstitute verlangen, dass Darlehensnehmer bei einer Umschuldung alle bestehenden Kredite in die Maßnahme einbeziehen. Das ist ungünstig, wenn es sich bei einem Teil der Darlehen um vergünstigte Kreditformen wie eine Autofinanzierung handelt. Es ist jedoch möglich, durch einen sorgfältigen Kreditvergleich Angebote für eine Kreditablösung zu finden, in die der Kunde nur die von ihm ausgewählten Bestandskredite einbezieht.

In jedem Fall ratsam ist es, im Rahmen der Kreditablöse den Sollsaldo des Girokontos und eventuell vorhandener Kreditkartenkonten auszugleichen, weil für diese Kreditformen besonders hohe Sollzinsen anfallen. Der Grund für die Kreditablösung in Gestalt einer Umschuldung ist zumeist der Wunsch, künftig günstigere Zinsen zu bezahlen. In Einzelfällen erfolgt eine Ablösung eines bestehenden Kredites, um eine längere Laufzeit zu erhalten und somit eine geringere monatliche Rate als bisher zur Kredittilgung überweisen zu müssen. Es ist ratsam, bei einem Angebotsvergleich zur Umschuldung außer auf einen günstigen Zinssatz auch auf eine möglichst flexible Rückzahlung zu achten. Zudem sollten die Monatsraten so niedrig gewählt werden, dass Spielraum für überraschende Ausgaben bleibt, ohne dazu erneut den Dispositionskredit in Anspruch zu nehmen.