Was ist ein Konsortialkredit?

Bei einem Konsortialkredit handelt es sich um eine Kreditart, die von einem Zusammenschluss von mehreren Banken (dem sog. Konsortium) zur Verfügung gestellt wird. Ein solcher Konsortialkredit kommt dann in Frage, wenn für eine einzelne Bank hierbei das Kreditrisiko zu groß würde. Mit solchen Krediten werden Großprojekte, wie beispielsweise Fußballstadien, Einkaufszentren oder auch große Immobilienvorhaben, finanziert. Was die Laufzeiten bei einem solchen Kredit anbelangt, so gehen diese von einigen Monaten, wenn es sich um Zwischenfinanzierungen handelt, bis hin zu mehreren Jahrzehnten bei großen Projekten mit einem sehr hohen Finanzierungsvolumen aus. Diese Laufzeit wird hierbei zwischen den Konsortium und den jeweiligen Kreditnehmern vereinbart.

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Kreditsummen und Gebühren von Konsortialkrediten

Was die Kreditsummen anbelangt, so sind diese bei dieser Kreditart entsprechend hoch. Das Bilden eines Konsortiums mit dem Zielt der Risikobegrenzung ist vor allem bei sehr hohen Kreditsummen sinnvoll. Somit fangen in der Regel Konsortialkredite in siebenstelliger Höhe an. Eine genaue Obergrenze gibt es hierbei nicht, weil die Banken ja auch im Prinzip solche Kredite in Form von Ausgabe von Anleihen refinanzieren können. Deshalb können hier auch Beträge jenseits von 10 Mrd. Euro und mehr zusammen kommen.

Die Gebühren für einen Konsortialkredit werden zwischen dem Konsortium und den Kreditnehmern ausgehandelt. In der Praxis wird es bei den Banken oft so gestaltet, dass pauschale Prozentsätze vom jeweiligen Kreditbetrag bereits bei der Kreditauszahlung verlangt werden. Diese werden dann dem Darlehenskonto belastet.

Die Verzinsung und Sicherheiten bei einem Konsortialkredit

Die Höhe der Zinsen hängen von den vom Kreditnehmer zur Verfügung gestellten Sicherheiten, der Bonität des Kreditnehmers sowie vom Marktzins ab. Wenn ein höheres Ausfallrisiko bei einem Konsortialkredit vorhanden ist, lassen sich die Banken dies durch Aufschläge auf den jeweiligen Zinssatz honorieren. Auch hängt die Höhe des Zinssatzes vom Rating des Darlehensnehmers ab.

Ein Konsortialkredit wird normalerweise durch Vermögensgegenstände besichert. Hierbei kann es sich beispielsweise um Grundpfandrechte handelt. Diese werden hauptsächlich bei Immobilienkrediten eingesetzt. Zusätzlich akzeptieren auch die Konsortialbanken Garantien von beispielsweise öffentlichen Förderbanken. Ebenso kann auch das Bezugsrecht von Anteilen am Unternehmen des Kreditnehmers als Sicherheit verwendet werden.

Kündigung sowie Veräußerungsrecht eines Konsortialkredites

Der Kreditnehmer und das Konsortium können ein Kündigungsrecht im Kreditvertrag vereinbaren, welche für beide oder nur für eine der Parteien Gültigkeit hat. Solche Kündigungsrechte sind bei Verträgen mit Zinsbindung eine sinnvolle Einrichtung. Bei variabel verzinsten Verträgen kann man dagegen normalerweise mit einer Kündigungsfrist von einem Jahr aus dem Vertrag aussteigen. Wenn ein Kündigungsrecht vertraglich vereinbart wird, gibt es hierbei auch Auswirkungen auf den Zinssatz. Dabei gilt auch hier die Grundregel, dass derjenige, der mehr Rechte der gegenüberliegenden Partei einräumt, auch dafür zahlen muss.

Vorteile und Verwendungszweck von einem Konsortialkredit

Die Kreditnehmer erhalten eine Außenfinanzierung, welche ohne die Einbeziehung von einem Konsortium bei riskanten oder großen Vorhaben sonst nicht durchführbar wäre. Auch besteht für den Kreditnehmer nicht die Gefahr, dass eine einzelne Bank kalte Füße bekommt und aussteigen will und dadurch die Finanzierung gefährdet oder verhindert wird. Solche Konsortialkredite werden dann eingesetzt, wenn sich eine Bank allein beim den einzugehenden Kreditrisiko überfordert fühlt. Dazu gehören Objekte, wie Flughäfen, große Einkaufszentren, Auslandexpansionen von Großkonzernen, Fußballstadien Windparks oder geschlossene große Immobilienfonds. Solche Kredite eignen sich dann, wenn die Hausbank aufgrund des hohen Finanzierungsvolumen seine solche Gewährung ablehnt.