Was versteht man unter einer Hochzinsphase?

Als Hochzinsphasen werden Zeitintervalle klassifiziert in denen der Zinssatz über dem Durchschnittszinssatz liegt. Dieser Wert entspricht einem Zinssatz von 6,5 %. Laut Wirtschaftstheorien folgt die Konjunktur regelmäßigen Zyklen. Somit wechseln sich in der Theorie Hoch- und Niedrigzinsphasen kontinuierlich ab. Tatsächlich aber lässt sich die letzte Hochzinsphase auf die 1990er- Jahre zurückdatieren. Nach dem Mauerfall betrug der Zinssatz 9 %. Die Jahrtausendwende markiert den Beginn einer fortwährend andauernden Niedrigzinsära.

Laut Finanzexperten bringt sowohl die Niedrig- als auch die Hochzinsphase weitreichende Konsequenzen für Sparer, Kreditnehmer und Immobilienkäufer mit sich. Liegt der Leitzins hoch, profitieren Sparer und Anleger. Die Bank trägt die EZB – Zinserhöhung an ihre Kunden weiter. Diesen werden höhere Zinsen für ihr Geld generiert. Somit erhalten Sparer einen Gewinn bzw. Zuwachs ihres Kapitals. Demgegenüber werden Kredite von Schuldnern teurer. Insbesondere Kreditnehmer, die ihre Verträge während einer Hochzinsphase abgeschlossen und variable Zinsen vereinbart haben, leiden unter der Anhebung des Leitzinses.

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Die Hochzinsphase und die Inflation

In Phasen, welche durch niedrige Zinsen geprägt und einen gleichzeitigen Anstieg der Inflationsrate geprägt sind, setzt eine umgekehrte Entwicklung ein. Aktuell liegt die Inflationsrate in Deutschland bei knapp 2 %. Der Zinssatz liegt so niedrig wie nie. Demnach verlieren Anleger, die ihr Vermögen auf Tagesgeldkonten und Sparbüchern horten, kontinuierlich an Kapital. Im Gegensatz dazu wirkt sich diese Niedrigzinsphase positiv auf Kreditnehmer aus. So zahlen diese beispielsweise aktuell in Relation zu historischen Hochzinsphasen lediglich einen Bruchteil ihrer Kreditraten. Entsprechend kostete ein Kredit, der im Jahre 1980 für eine Summe von 200000 € abgeschlossen wurde, durchschnittlich 136000 € mehr als derzeit.

Generell raten Finanzexperten zu spezifischen Taktieren während einer Hochzinsphase. Daher sollte die Maxime geltend gemacht werden, dass hohe Zinsen zwingend an kurze Laufzeiten gebunden werden sollten. Die Laufzeiten für hoch verzinste Darlehen müssen deshalb so kurz wie möglich gehalten werden.

Empfehlenswert sind primär Kreditmodelle, die Schuldnern die Option auf einen vorzeitigen Wechsel offen halten, sollte der Leitzins gesenkt werden. In diesem Kontext sind insbesondere sogenannte „Vorschalt – Darlehen“ eine attraktive Variante. Diese Darlehen verfügt über ein 1- jähriges Zeitfenster mit einem variablen Zins. Danach erfolgt eine Festschreibung des Zinssatzes.

Eine höhere Zinssicherheit bieten Kredite mit „Bindungs – Splitting“. Die Kosten für das Darlehen entsprechen im ersten Drittel dem Leitzins des Vertragsabschlusses. Die Gebühren für die übrigen zwei Drittel der Laufzeit werden den aktuellem Marktzins angepasst.