Was versteht man unter Herstellungskosten?

Die Herstellungskosten sind im betrieblichen Rechnungswesen der Bewertungsmaßstab für Vermögensgegenstände und Wirtschaftsgüter, welche in der Produktion hergestellt wurden. Die Regelungen zu den Herstellungskosten sind im Handelsrecht (in § 255 Absatz 2 HGB) festgeschrieben. Neben dem Begriff „Anschaffungskosten“ gilt die Bezeichnung der Herstellungskosten als Basiswert von Vermögensgegenständen, Vermögenswerten und Wirtschaftsgütern. Die für die Herstellung angefallenen Kosten geben stets Auskunft darüber, wie viel ein Produkt oder eine Dienstleistung kostet, wenn die Kosten aller Funktionen beachtet werden, die am Herstellungsprozess beteiligt sind.

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Begriffliche Abgrenzungen der Herstellungskosten

Zu den typischen Kosten im Rahmen der Herstellung gehören Materialkosten, Fertigungskosten und Sonderkosten für die Fertigung. Bei der Ermittlung der Herstellungskosten dürfen auch angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der nötigen Fertigungsgemeinkosten und des Wertverzehrs des Anlagevermögens berücksichtigt werden. Zu beachten ist, dass alle als Materialkosten deklarierten Kosten auch tatsächlich zur Zeit des Herstellungsprozesses entstanden sein müssen.

Nicht zu den Materialkosten gehören hingegen Verwaltungskosten, Kosten für soziale Einrichtungen des Unternehmens, freiwillige soziale Leistungen und die betriebliche Altersvorsorge.

Exkurs: Kosten für die Herstellung im Bereich Immobilienwirtschaft

Instandhaltungs- und Modernisierungskosten, die für die Erhaltung der Immobilie aufgewandt werden, werden ebenfalls als Herstellungskosten klassifiziert. Unabhängig davon, ob Kosten für Anbauten, Dachaufstockungen oder Vergrößerungen der Nutzungsfläche angefallen sind, ist von Kosten für die Herstellung die Rede. Auch wenn die ursprüngliche Immobilie schon vorher fertig gestellt war.

In der Immobilienbranche ist zudem oftmals von „angemessenen Herstellungskosten“ die Rede. Diese Unterkategorie der Kosten beinhaltet häufig Spezifika zum Bau der Immobilie, die letztlich auch zu Kostenerhöhungen führen können. Ermittelt werden die angemessenen Kosten, die bei der Beleihungsprüfung keine Rolle spielen, über einen Vergleich mit ähnlichen Objekten. Bei dieser Orientierung an vergleichbaren Objektpreisen, beziehungsweise bei der Einbeziehung modifizierter Indexwerte, sprechen Fachleute von „realistischen Abschlägen“. Das entsprechende Verfahren basiert auf den Bauindexpreis des Statistischen Bundesamtes.