Was ist eine Gewinnschuldverschreibung?

Eine Gewinnschuldverschreibung ist ein Wertpapier, welches von einer Aktiengesellschaft ausgegeben wird. Die Gewinnschuldverschreibung ist mit einer Anleihe vergleichbar. Sie ist jedoch nicht festverzinslich, sondern mit einem von der Dividende abhängigen Zinsanteil versehen. Umgangssprachlich werden mitunter Anleihen von Nicht-Aktiengesellschaften als Gewinnschuldverschreibungen bezeichnet. Dies erfolgt, wenn deren Erlös teilweise vom Gewinn des bezogenen Unternehmens abhängig ist. Fachlich korrekt ist die Verwendung des Begriffes jedoch ausschließlich für die entsprechenden Wertpapiere der Aktiengesellschaften.

Weiter gefasst ist hingegen die Bezeichnung Gewinnobligation. Diese kann sich außer auf eine Gewinnschuldverschreibung auch auf Wertpapiere von Nicht-Aktiengesellschaften beziehen, bei denen die Höhe der Verzinsung teilweise vom Unternehmensgewinn abhängt. Die Ausgabe von Gewinnschuldverschreibungen erfolgt durch deutsche Aktiengesellschaften äußerst selten. In zahlreichen anderen Staaten stellt sie hingegen ein wesentliches Finanzierungselement dar. Für den risikobereiten Anleger ist eine Gewinnschuldverschreibung attraktiver als festverzinsliche Anleihen. Das liegt vor allem daran, dass die Aussichten auf die Auszahlung von Bonuszinsen als recht gut einzustufen ist.

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Zwei Varianten der Schuldverschreibung

Bei einer Gewinnschuldverschreibung existieren hinsichtlich der Vergütung für den Inhaber zwei Varianten, zwischen denen die englischen Fachbegriffe unterscheiden. Bei einem Participation Bond erhält der Besitzer der Schuldverschreibung eine garantierte Mindestverzinsung und je nach der Höhe der Dividende zusätzlich einen Bonus. Bei einem Income Bond steht dem Inhaber hingegen keine festgelegte Mindestverzinsung. Hier steht dem Inhaber ausschließlich eine vom Erfolg der Aktiengesellschaft abhängige Leistung zu. Damit ist zwangsläufig das Risiko verbunden, mit der Geldanlage keinerlei Zinsertrag zu erwirtschaften.

Für die Festlegung des von der Höhe der Dividende abhängigen Zinsanteils sind verschiedene Szenarien denkbar. Am meisten verbreitet ist die Regelung, dass ab einer festgelegten Mindestdividende die Auszahlung des Zinsbonus erfolgt. Deren Höhe wird in vielen Fällen als Prozentsatz vom aktuellen Aktienkurs am Tag der Hauptversammlung angegeben. Alternativ ist die Festlegung eines exakten Euro-Betrages der Dividende für den Anspruch auf den zusätzlichen Bonuszins möglich. Falls eine Aktiengesellschaft sowohl Stammaktien als auch Vorzugsaktien ausgibt, ist für die Berechnung der Bonuszinsen zugunsten der Besitzer von Gewinnschuldverschreibungen der Stammaktien-Kurs maßgeblich.

Der Unterschied zwischen einer Aktie und einer Gewinnschuldverschreibung

Mit dem Erwerb von Aktien wird der Anleger Anteilseigner des bezogenen Unternehmens und hat das Recht, auf der Jahreshauptversammlung anwesend zu sein und mit abzustimmen. Der Kauf von Gewinnschuldverschreibungen ist hingegen mit keinerlei Mitbestimmungsrecht verbunden. Vielmehr gehört der Inhaber zu den Gläubigern der bezogenen Aktiengesellschaft und erwirbt den Anspruch auf die Rückzahlung seines Anlagebetrages zum vereinbarten Zeitpunkt. Ebenso hat der Inhaber Anspruch auf die Auszahlung der anfallenden Zinsen einschließlich der Bonuszinsen. Während der Kurs der Aktien sinken kann, ist bei einer Geldanlage in Gewinnschuldverschreibungen die Rückzahlung der Anlagesumme ebenso wie die Auszahlung der möglicherweise vereinbarten Mindestverzinsung garantiert.

Die Ausgabe der Gewinnschuldverschreibungen setzt einen entsprechenden Beschluss der Hauptversammlung voraus. Ein solcher Beschluss muss mit einer Dreiviertelmehrheit des anwesenden Kapitals erfolgen. Das begründet sich darin, dass die Gewinnansprüche der Inhaber der Schuldverschreibungen den für die Berechnung der Dividende verfügbaren Betrag verringern. Zugleich genießen die Aktionäre ein Vorkaufsrecht, sodass die meisten Wertpapiere an Anteilseigner der Aktiengesellschaft ausgegeben werden. Von diesen gehen nicht abgerufene Anteile in den freien Verkauf und können von jedermann erworben werden. Hinsichtlich des Erlöses bieten Participation Bonds gegenüber Aktien den Vorteil der Mindestverzinsung. Die Zinszahlung bei Income Bonds kann genau wie die Auszahlung einer Dividende im Falle einer schlechten Aktienanlage bei unzureichender Geschäftsentwicklung ausfallen.