Was ist ein Fremdwährungskredit?

Neben der Kreditaufnahme in Euro besteht die Möglichkeit, im Kreditvertrag eine andere Währung als maßgeblich zu nennen. Die entsprechenden Darlehen werden als Fremdwährungskredite bezeichnet. Dabei ist es unerheblich, ob sich der Sitz des Kreditgebers im Inland oder im Ausland befindet. Somit gehören die schufafreien Schweizer Kredite nicht zu den Fremdwährungsdarlehen, da die Abwicklung komplett in Euro erfolgt. Auf der anderen Seite bieten einige inländische Banken ihren Kunden die Möglichkeit, auf Wunsch einen Kredit in einer frei wählbaren Währung aufzunehmen.

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Chancen und Risiken der Kreditaufnahme in einer fremden Währung

Der Grund für die Wahl eines Fremdwährungskredites besteht zumeist im gegenüber vergleichbaren Euro-Krediten günstigeren Zinssatz. Wie bei allen Darlehen, so ist die Bank auch bei der Kreditaufnahme in einer ausländischen Währung zur Angabe des effektiven Zinssatzes einschließlich aller Darlehensnebenkosten verpflichtet. Der Kreditzinssatz berechnet sich nach den Rückzahlungsverpflichtungen in der gewählten Währung. Für den tatsächlichen Zahlungsbetrag ist jedoch zusätzlich der Wechselkurs der für den Kredit maßgeblichen Währung zum Euro ausschlaggebend. Falls sich der Kurs aus Sicht des Kreditnehmers verschlechtert, muss er mehr Geld als erwartet zurückzahlen. Andererseits besteht die Möglichkeit, durch eine für den Darlehenskunden positive Kursentwicklung Kosten einzusparen. Das Risiko des Fremdwährungskredites liegt darin, dass sich die Kursentwicklung nicht sicher vorhersagen lässt.

Schützt eine Beschränkung der Kursschwankungen vor dem Währungsrisiko?

Ein realistischer Schutz vor den Kurschwankungen bei einem Fremdwährungsdarlehen besteht ausschließlich bei der Wahl der Währung. Dies gilt bei Währungen, bei Ländern die mit der EU einen festen Wechselkurs vertraglich vereinbart haben. In diesem Fall hat der Kreditnehmer jedoch keine Möglichkeit weniger als erwartet zurückzahlen zu müssen. Auch nicht, wenn die Kursschwankungen für ihn günstig verlaufen. Feste Kurse, beziehungsweise nicht einseitig aufhebbare geringe Schwankungsbreiten bestehen ausschließlich bei den Währungen der Staaten, die sich um die Aufnahme in den Euro-Währungsraum bewerben. Viele Bankkunden hatten sich in der Vergangenheit darauf verlassen, dass der Kurs des Schweizer Franken zum Euro ebenfalls in engen Schwankungsbreiten festgelegt sei. Die Schweizer Notenbank konnte die Bindung des CHF an den Euro jedoch einseitig aufheben, wovon sie tatsächlich Gebrauch gemacht hat. Aus diesem Grund haben sich zahlreiche Kredite drastisch verteuert.

Ein Fremdwährungsdarlehen aufnehmen oder besser darauf verzichten?

Aufgrund der unsicheren Kursentwicklung eignen sich Fremdwährungskredite grundsätzlich nur für Kreditnehmer mit Risikobereitschaft. Reizvoll an der Kreditaufnahme in einer ausländischen Währung ist der zumeist gegenüber dem Euro-Kredit günstigere effektive Jahreszinssatz. Eine exakte Planung der Rückzahlung wie bei einem in der einheimischen Währung abgewickelten Darlehen ist bei einem Fremdwährungskredit zwangsläufig nicht möglich. Bei der Baufinanzierung über eine ausländische Bank ist zusätzlich darauf zu achten, dass außerhalb Deutschlands die Zinsfestschreibung über einen langen Zeitraum unüblich ist. Die Immobilienkreditvergabe mit variablen Zinsen gilt bei ausländischen Geldinstituten jedoch nicht nur für einen Fremdwährungskredit, sondern in den meisten Fällen auch bei der Kreditabwicklung mit dem Euro als Bezugswährung.

Es ist sinnvoll, sich vor dem Abschluss des Kreditvertrages über die vermutliche Entwicklung der gewählten Fremdwährung zu informieren. Dennoch können unerwartete Entscheidungen der jeweiligen Notenbank zu einer anderen als der vorausgesehenen Entwicklung des Währungskurses führen. Ein Fremdwährungskredit sollte deshalb mit einer nennenswerten Einsparung gegenüber einem vergleichbaren Euro-Darlehen ausgestattet sein, sodass sich das Eingehen des Risikos für den Kreditkunden lohnt.