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Was versteht man unter Fremdkapital?

Der Begriff Fremdkapital wird vor allem als unternehmerischer Begriff verwendet. Das Fremdkapital eines Unternehmens befindet sich neben dem Eigenkapital auf der Passivseite der Unternehmensbilanz. Der Gegensatz zum Fremdkapital ist das Eigenkapital, das von den Eigentümern eines Unternehmens bereitgestellt wird. Das Fremdkapital hingegen wird von Investoren zur Verfügung gestellt, die nicht Eigentümer des Unternehmens sind. Das können zum Beispiel Banken oder Anleihengläubiger sein.

Fremdkapital wird in der Regel befristet zur Verfügung gestellt. Das heißt, dass es zum Fälligkeitstermin an die Investoren zurückgezahlt werden muss. Die Fremdkapitalgeber werden auch Gläubiger genannt und haben neben einem Anspruch auf die Rückzahlung des geliehenen Geldes auch einen Anspruch auf Zinszahlung. Dies bedeutet, dass sie mit dem Zins dafür entschädigt werden, dass sie für einen bestimmten Zeitraum auf die Eigennutzung des Geldes verzichten und darüber hinaus auch Verlustrisiken eingehen.

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Welche Risiken entstehen durch Fremdkapital?

Geht ein Unternehmen pleite, dann kann es zu einem teilweisen oder gar zu einem vollständigen Zahlungsausfall kommen. Je höher das Risiko eines Zahlungsausfalls ist, desto mehr Zinsen werden die Gläubiger verlangen. Die Zahlungsfähigkeit – auch Bonität genannt – kann mithilfe verschiedener Kennzahlen ermittelt werden. Eine davon ist die sogenannte Fremdkapitalquote, die angibt wie viel Geld sich das Unternehmen im Vergleich zum vorhandenen Eigenkapital geliehen hat. Ist die Fremdkapitalquote besonders hoch, so ist das Insolvenzrisiko ebenfalls entsprechend hoch.

Es gibt allerdings auch Ausnahmefälle. Finanzdienstleister wie zum Beispiel Banken haben durchlaufende Posten und daher üblicherweise eine deutlich höhere Fremdkapitalquote als andere Unternehmen. Besondere Formen des Fremdkapitals sind sogenannte Lieferantenkredite, bei denen gelieferte Ware erst nach einem Zahlungsziel von zumeist 30 Tagen bezahlt werden muss. Weitere Formen sind Kontokorrentkredite, Hypotheken oder Pensionsrückstellungen.

Welchen Zweck hat Fremdkapital?

Fremdkapital hat im Wesentlichen den Zweck das Anlagevermögen und das Umlaufvermögen zu finanzieren. Anlagevermögen sind dabei Maschinen, Immobilien und Geschäftsausstattung. Zum Umlaufvermögen gehören Vorräte oder Werkstoffe die zur Produktion und Herstellung der eigenen Produkte benötigt werden. Zwar dient auch das Eigenkapital eines Unternehmens zur Finanzierung, jedoch besteht beim Fremdkapital die Besonderheit, dass der Gläubiger bei sämtlichen Unternehmensentscheidungen kein Mitspracherecht besitzt. Er kann somit keinerlei Einfluss auf das Unternehmen nehmen. Erwirbt ein Investor Aktien der xyz Aktiengesellschaft so ist er Eigenkapitalgeber des Unternehmens. Kauft er jedoch eine Anleihe, so ist er Fremdkapitalgeber. Neben der Fristigkeit wird auch darin unterschieden, ob eine Anleihe vorrangig oder nachrangig bedient wird.

Was sind die Vor- und Nachteile von Fremdkapital?

Im Insolvenzfall bedeutet das, dass zuerst die vorrangigen Anleihen zurückbezahlt werden. Bleibt dann noch etwas von der Insolvenzmasse übrig, werden die nachrangigen Gläubiger bedient. Die Vorteile für ein Unternehmen, wenn es sich verschuldet bestehen darin, dass die gezahlten Zinsen steuerlich geltend gemacht werden können und das Unternehmen somit weniger Steuern bezahlen muss.

Darüber hinaus behaltet der Gründer des Unternehmens die vollständige Kontrolle über das Unternehmen. Eine Bank, die das Geld zur Verfügung stellt, kann sich also nicht einmischen. Nachteile bestehen ganz klar im steigenden Insolvenzrisiko. Sind die Schulden eines Unternehmens hoch, kann es schnell in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Es müssen also die Vor- und Nachteile abgewogen werden, um die optimale Fremdkapitalquote zu bestimmen.

Abschließend lässt sich also sagen, dass Fremdkapital im Gegensatz zum Eigenkapital ein niedrigeres Haftungsrisiko besitzt. Aus diesem Grund sind die Renditeerwartungen der Investoren beim Fremdkapital niedriger. Allerdings ist das Haftungsrisiko von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich hoch. Es hängt letztlich von verschiedenen Parametern wie der Fremdkapitalquote oder der Liquidität ab.

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