Was ist ein Forward Darlehen?

Bei einem Forward Darlehen handelt es sich im Grunde um eine gewöhnliche Anschlussfinanzierung, allerdings zeichnet sie sich dadurch aus, dass der neue Zinssatz noch vor Ablauf der bisherigen Zinsbindungsfrist festgelegt wird. Dies kann teilweise bis zu drei Jahren im Voraus der Fall sein. Genau wie auch bei einer richtigen Anschlussfinanzierung kann man ein Forward Darlehen direkt bei der Hausbank oder bei einem anderen Kreditinstitut abschließen. Meist halten sich die Kosten für eine Umschuldung zu einer anderen Bank in Grenzen, so dass diesbezüglich nicht sonderlich viel beachtet werden muss. Allerdings ist es sinnvoll, sich verschiedene Angebote einzuholen, ehe man sich für eine Finanzierung entscheidet.

Eine nicht unwichtige Rolle für ein Forward Darlehen spielt die künftige Entwicklung des Zinsniveaus auf dem Finanzmarkt. Diese Zinsentwicklung vorherzusehen gestaltet sich nicht immer einfach. Dies gilt besonders, wenn die Zeitspanne bis zum Ende der bisherigen Laufzeit noch relativ lang ist. Steigen die Zinsen verglichen zum aktuellen Zinsniveau nur geringfügig oder überhaupt nicht an, dann liegt das Darlehenszins des Kreditnehmers über dem bisherigem Wert. Banken verlangen nämlich durchaus Aufschläge für eine frühe Kreditzusage. Wie hoch dieser Aufschlag genau ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein Faktor davon ist, wie das Kreditinstitut selbst die Entwicklung der Zinsen auf dem Geldmarkt einschätzt. Im Durchschnitt sollte mit einem Aufschlag von 0,01 bis 0,03 % monatlich gerechnet werden, bis der alte Kredit abgelöst ist.

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Ein Forward Darlehen ist ein verbindlicher Kreditvertrag für den Kunden

Bei einem Forward Darlehen handelt es sich um einen verbindlichen Kreditvertrag. An diesen müssen sich sowohl die Bank als auch der Kunde halten. Wer sich also zu einem Abschluss entschlossen hat und entsprechende Dokumente unterzeichnet, muss den Kredit auch annehmen. Das gilt auch dann, wenn das Zinsniveau beim Beginn später niedriger liegen sollte. Ansonsten ist es meist der Fall, dass die Bank zusätzliche Kosten verlangt. Hier spricht man dann von der Nichtabnahmeentschädigung. Gebunden ist man an den Kreditvertrag auch dann, wenn sich die eigene finanzielle Situation bis zum Beginn ändern sollte. Dieses Risiko muss man in seine Überlegungen mit einbeziehen, bevor man sich zum Abschluss eines Forward Darlehens entscheidet.

Welche Vorteile und Nachteile bietet das Forward Darlehen?

Ob sich ein Forward Darlehen auch für einen selbst rentiert, hängt vor allem von der individuellen Lebenssituation ab. Ebenfalls hängt es davon ab, wie sich das Zinsniveau allgemein entwickelt. Kommt es einem in erster Linie auf Stabilität an, lassen sich durch diese Kreditform für einen langfristigen Zeitraum unter Umständen attraktive Zinsen sichern. Wenn man dagegen bereits weiß, dass in absehbarer Zeit ein Wechsel des Wohnorts oder der Arbeitsverhältnisse anstehen könnte, dann kann das Darlehen dagegen schnell zur finanziellen Belastung werden. Hier wäre ein anderes Finanzprodukt die bessere Lösung.

Bedacht werden sollte in diesem Zusammenhang stets, dass die monatliche Rate für den Kredit über mehrere Jahre hinweg festgeschrieben ist und sich nicht verändern lässt – auch dann nicht, wenn der eigene finanzielle Spielraum geringer wird. Somit lässt sich diese Darlehensform insgesamt als eine Versicherungsprämie gegen ein steigendes Zinsniveau betrachten. Insbesondere dann, wenn eine Finanzierung mit relativ wenig Eigenkapital beginnt, kann es sinnvoll sein, sich mit einem Forward Darlehen abzusichern.

Was es sonst noch zum Forward-Darlehen zu wissen gibt

Ein Foward-Darlehen wird also zur Anschlussfinanzierung bei einer Baufinanzierung eingesetzt. In diesem Fall bedeutet es, dass der Kreditnehmer bereits eine laufende Finanzierung einer Immobilie abgeschlossen hat und zusätzlich den Antrag stellt, den laufenden Kredit auf ein Forward-Darlehen umstellen zu können.

Eine solche Darlehensausführung zur Anschlussfinanzierung gab es zunächst nur für gemeinnützige und kommunale Wohnungsbaugesellschaft. Seit dem Ende der 90er Jahre gibt es eine solche Darlehensausführung auch für private Kreditnehmer.

Der Hintergedanke bei dieser Darlehensform besteht darin, bereits längere Zeit vor Ablauf der aktuellen Zinsbindung an den davor laufenden Kreditvertrag einen Anschlussfinanzierungsvertrag abzuschließen. Auf diesem Weg kann man sich aktuell am Markt vorhandene günstige Zinsen sichern. Dabei ist diese Darlehensform von der Form her ein ganz normales Annuitätendarlehen. Der entscheidende Vorteil liegt jedoch im Auszahlungszeitpunkt des Darlehens. Diesen kann man dadurch über mehrere Jahre nach hinten schieben.In dieser Zeit werden vom Kreditnehmer keine Raten bezahlt und vom Kreditgeber gibt es keine Berechnung der Bereitstellungszinsen.

Die Funktionsweise beim Forward-Darlehen

Mit Hilfe dieser Darlehensform bekommen Kreditnehmer die Möglichkeit, die aktuell eventuell vorhandenen günstigen Zinsen noch für mehrere zu erhalten. Somit kann man sich die günstigen Zinsen für eine Anschlussfinanzierung sichern.

Wenn es sich um eine normale Anschlussfinanzierung handelt, so kann diese in der Regel frühestens 6 bis 12 Monate vor dem Ablauf des Kredites abgeschlossen werden. Anders verhält es sich beim Forward-Darlehen. Hier besteht die Möglichkeit, bereits Jahre vor dem Ablauf der Zinsbindung den aktuell gültigen niedrigeren Zins zu sichern und festschreiben zu lassen. Dabei können zwischen dem Abschluss der Anschlussfinanzierung und der tatsächlichen Auszahlung der Kreditsumme mehrere Jahre liegen.

Die Bank hat aber die Möglichkeit, einen von der Länge der Vorlaufzeit abhängigen Zinsaufschlag zu bekommen. Dadurch soll verhindert werden, dass die Bank, wenn in der Zwischenzeit die Zinsen extrem steigen, einen gewissen Ausgleich dafür erhält. Im Gegenzug dazu erhält der Kreditnehmer günstige Konditionen und eine hohe Planungssicherheit.