Was ist Fazilität?

Räumen Kreditinstitute ihren Kunden Möglichkeiten ein, einen kurzfristigen Kredit zu erhalten, wird von Fazilität gesprochen. Die Kredite sollen dabei vor allem der Behebung von Zahlungsengpässen, die von kurzer Dauer sind, dienen. Der Kreditnehmer erhält von der Bank einen entsprechenden Kreditrahmen. Diese Kreditgeschäfte finden überwiegend zwischen den Geschäftsbanken und den Zentralbanken statt. Das bedeutet, dass Banken und Sparkassen schnell Kredite mit einer kurzen Laufzeit von der Zentralbank erhalten können. Der Zinssatz dieser Kredite ist üblicherweise sehr günstig.

Beispiel: Die Geschäftsbank leiht sich Geld von der Zentralbank und vergibt mit diesen Kreditsummen eigene Kredite an ihre Kunden zu einem höheren Zinssatz.

Geschäftsbank A leiht sich 1 Million Euro von der Zentralbank zu 3 % Zins. An ihre Kunden vergibt die Geschäftsbank nun Kredite, jeweils in Höhe von 300.000 Euro zu dem Zinssatz von 5 %. Kreditinstitute nutzen die Fazilitäten dann, wenn sie keine andere Alternative haben, als bei der Zentralbank zu leihen.

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Fazilitäten der Europäischen Zentralbank (EZB)

Im Angebot der EZB sind zwei ständige Fazilitäten. Das sind die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität. Das Volumen ist bei der Einlagefazilität nicht begrenzt, bei der Refinanzierungsfazilität werden Sicherheiten gefordert, womit ihre Höhe von der Möglichkeit Sicherheiten vorzuweisen abhängig ist. Die Zinssätze sind die Ober- und Untergrenze des Tagesgeldsatzes im EURO-Raum (EONIA). Vor der Einführung des Euros war der Zinssatz der Spitzenrefinanzierungsfazilität identisch mit dem Zinssatz des Lomabardsatzes und der der Einlagefazilität entsprach dem Diskontsatz. Allgemein gilt, dass der Zinssatz der Spitzenrefinanzierungsfazilität weit höher als der Marktzins ist und der Zinssatz der Einlagefinanzierung deutlich unter dem Marktzins liegt.

Wenn Geschäftsbanken Geld zur Verfügung haben, dass sie nicht direkt benötigen, können sie es bei der EZB deponieren. Dafür erhalten die Geschäftsbanken von der EZB Zinsen. Der Sinn ist, dass sogenanntes “totes Kapital” vermieden werden soll. “Totes Kapital” ist Kapital, das weder Zinsen einbringt, noch anderweitig eingesetzt wird. Die Einlagefinanzierung ist als eine kurzfristige Notlösung gedacht. Die Spitzenrefinanzierungsfazilität gibt den Geschäftsbanken die Möglichkeit kurzfrisitg, meist bis zum nächsten Tag, Geld zu erhalten für eine einzige Zinszahlung. Damit sollen schnell Geldprobleme der Geschäftsbank überwunden werden.

Fazilität der Geschäftsbanken

Die Emissionsfazilität ist eine Kreditlinie, die die Geschäftsbanken ihren Kunden als Underwriter zum Erwerb nicht börsenfähiger Geldmarktpapiere geben. Die Kunden müssen über eine erstklassige Bonität verfügen. Üblicherweise besitzen die Geldmarktpapiere eine Laufzeit von sechs Monaten. Die Emissionsfazilität sichert den Kunden gegen die Möglichkeit ab, wenn die Geldmarktpapiere nicht zu den gewünschten Konditionen zu kaufen sind.

Die Fazilitäten des IWF

Es handelt sich um Bereitschaftskreditvereinbarungen (Stand-by-Facilities) mit den Mitgliedstaaten. Der Mitgliedstaat des IWF erhält das Recht auf einen bestimmten Kreditbetrag zugreifen zu dürfen. Das ist ein Ziehungsrecht, das die Quote die dem Mitgliedstaat zusteht, übersteigt. Der IWF-Mitgliedstaat hat im Falle von Zahlungsbilanzschwierigkeiten die Möglichkeit Devisen zu erhalten. Weitere Fazilitäten des IWF sind die Erweiterte IWF-Fazilität, die strukturbedingte Ungleichgewichte innerhalb der Zahlungsbilanzen ausgleichen sollen. Die konzessionären Hilfen sind eine Fazilität, die bei dem Ausfall von Exporterlösen helfen soll. Die Armutsbekämpfungs- und Wachstumsfazilität dient der Verbesserung des wirtschaftlichen Wachstums und der Hilfe für ärmere Gesellschaftsschichten. Dann gibt es noch Sonderfazilitäten zur Stärkung der Währungsreserven.