Was versteht man unter dem EURIBOR?

Beim EURIBOR handelt es sich um einen Referenzzinssatz. Der EURIBOR stellt einen Durchschnittswert dar, zu dem sich Banken in Euro Geld leihen. Der Name EURIBOR ist eine Abkürzung für das Englische Euro Interbank Offered Rate. Diese Rate wird an jedem Arbeitstag berechnet und am Vormittag bekanntgegeben. Es handelt sich also um einen Durchschnittswert tatsächlich verlangter Zinsen für Beträge, die Banke anderen Banken leihen. Extrem hohe und extrem niedrige Zinsen werden bei seiner Berechnung nicht berücksichtigt. Der Referenzzinssatz für den Euroraum besteht seit der Einführung des Euro als Buchgeld im Jahr 1999. Zu den Banken, deren Zinssätze in die Berechnung einfließen gehören ausschließlich solche Institute, die eine hohe Bonität vorweisen können. Die genaue Auswahl der beobachteten Banken trifft ein Beratungsgremium im europäischen Bankenverband.

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Wo findet der EURIBOR Anwendung?

Privaten Verbrauchern ist dieser europäische Referenzzinssatz vor allem als Leitsatz für variable Verzinsungen von Finanzprodukten bekannt. Dabei kann es sich um Kredite oder Darlehen, aber auch um Anlageprodukte handeln. Zum Beispiel liegt der Wert des EURIBOR häufig einer variablen Verzinsung von Produkten zum Bausparen zugrunde. Bei solchen Produkten wird keine feste Verzinsung vereinbart, sondern ein variabler Zinssatz festgelegt. Dieser hat dann stets ein bestimmtes Verhältnis zum gewählten Referenzzinssatz. Bei langfristigen Krediten, zum Beispiel zur Immobilienfinanzierung, wird der Referenzzinssatz festgelegt und dann mit einem Aufschlag versehen.

Was ist noch wichtig zum EURIBOR zu wissen?

Variable Zinsen bei der Finanzierung von Bauvorhaben oder bei der Geldanlage haben viele Vorteile. Sie bergen allerdings auch Risiken. Kreditnehmer wie Anleger müssen eine Entscheidung treffen, die davon abhängig ist, welche Zinsentwicklung sie in der Zukunft erwarten. Ist ein Kreditzins nämlich an einen Referenzzins gebunden und nicht fest, dann stellen große Zinssteigerungen ein Risiko für Kreditnehmer dar. Umgekehrt können Kreditnehmer von sinkenden Zinsen profitieren. Aus Sicht von Banken ist die Koppelung an einen Referenzzinssatz meist deshalb interessant, weil dadurch eigene Zinsrisiken abgesichert werden können.