Diskontkredit

Was ist ein Diskontkredit?

Grundsätzlich bezeichnet ein Diskontkredit ein Darlehen, welches dadurch entsteht, dass eine Bank einen Wechsel ankauft, der erst zu einem späteren Zeitpunkt fällig ist. Hier verkauft der Kunde somit einen Wechsel an ein Kreditinstitut und erhält dafür einen gewissen Wechselbetrag. Dafür fallen jedoch Zinsen an, bis der Wechsel tatsächlich fällig wird - hier spricht man vom sogenannten Diskont. Die Übertragung eines Wechseldarlehens erfolgt in der Regel über ein Indossament. Bei Fälligkeit ist die Zahlung an das Kreditinstitut zu leisten.

Grundsätzlich ist der Diskontkredit ganz ähnlich wie ein klassischer Wechselkredit aufgebaut, denn ein Wechsel stellt stets ein Wertpapier dar. In diesem ist eine Zahlungsvereinbarung enthalten. Beim Wechsel an sich handelt es sich für gewöhnlich um eine Urkunde, die sowohl den Begünstigten als auch den Bezogenen angibt. Sollte die Schuld zum festgelegten Fälligkeitsdatum nicht beglichen worden sein, ist eine umgehende Klage möglich.

Dem Kunden wird bei einem Wechsel ein Zahlungsziel vom Lieferanten eingeräumt - somit hat er mehr Zeit, um die offene Forderung zu begleichen und muss nicht sofort in bar bezahlen. Dafür erhält der Lieferant die noch offene Forderung als Wechsel. Für ihn ergibt sich daraus der Vorteil, dass dieser direkt an Banken übertragen werden und der Lieferant somit bereits vorher über das Geld verfügen kann. Sobald ein Wechsel an ein Kreditinstitut erfolgt, wird von einem Diskontkredit gesprochen.

Im Durchschnitt beträgt die Höhe eines Diskont zwischen 2 und 4 % des Nominalbetrages vom gesamten Wechsel. Darüber hinaus müssen noch zusätzliche Diskontspesen einkalkuliert werden, die rund 1 % des Nominalbetrags ausmachen. Die Voraussetzungen für einen Wechselkredit sind nicht so umfassend wie bei anderen Kreditformen. Zudem bietet ein Diskontkredit ein hohes Maß an Flexibilität, ist günstig für den Unternehmer und ermöglicht eine schnelle Liquidität. Nachteilig ist allerdings, dass im Falle eines Zahlungsverzugs sofort Haftungsansprüche geltend gemacht werden können.

Für wen bietet sich ein Diskontkredit an?

Es sind vor allem Kreditinstitute, die von Diskontdarlehen profitieren. Zwar erwerben diese einen Wechsel, allerdings handelt es sich dabei genau genommen um ein Darlehensgeschäft. Die Richtlinien sind diesbezüglich relativ streng und können sogar gerichtlich durchgesetzt werden. Eine Bank geht somit ein recht geringes Risiko ein, wenn sie einen Wechsel ankauft. Zudem gestaltet sich die Abwicklung größtenteils unkompliziert. Weil nur ein geringfügiger Verwaltungsaufwand anfällt, zählen Diskontdarlehen zu den günstigsten Darlehen überhaupt auf dem Finanzmarkt. Die Finanzierung wird dabei über spezielle Ausschüsse von der Bundesbank realisiert.

Wie funktioniert die Abwicklung eines Diskontkredits?

Die Abwicklung eines Diskontdarlehens ist nicht sonderlich kompliziert und erfordert kaum organisatorischen Aufwand. Kauft ein Kreditinstitut zum Beispiel einen Wechsel an, so werden zunächst die Zinsen berechnet und davon abgezogen. Der Gegenwert des Wechsels wird nun auf das Bankkonto des vorherigen Wechselbesitzers ausbezahlt, der damit sofort liquide ist. Er muss den Wechsel nur noch einlösen. Die Bezahlung des Diskontdarlehens erfolgt allerdings nicht von jener Person, die den Wechsel eingereicht hat, sondern vom Bezogenen, der in der Urkunde namentlich genannt werden muss. Es ist wichtig, die Wechselurkunde mit Sorgfalt und Genauigkeit zu führen, sowie diese regelmäßig an Aktualisierungen des Wechselgesetzes anzugleichen.