Was versteht man unter einer Auskunftei?

Eine Auskunftei sammelt personen- sowie unternehmensbezogene Verbraucherdaten. Im Fokus steht für die Auskunftei dabei primär das jeweilige Zahlungsverhalten und Zahlungsverpflichtungen. Diese Informationen werden mit Hilfe mathematisch – statistischer Modelle ausgewertet. Damit wird der individuelle Bonitätsindex einer Person oder eines Unternehmens ermittelt. Das Scoring gibt die berechnete Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalles wieder. Diese kreditrelevanten Auswertungsdaten werden an zahlreiche Unternehmen verkauft. Die Wirtschaftsauskunfteien sind privatgeführt.

Vielzähligen Vertragsabschlüssen geht stets eine Bonitätsprüfung voraus. Schlechte Scorewerte sind an negative Sanktionen gebunden. So werden beispielsweise Kredite abgelehnt, Mietwohnungen werden anderweitig vergeben oder Abonnements für den öffentlichen Nahverkehr und Stromanbieterwechsel bleiben verwehrt. Finanzexperten klassifizieren dieses Vorgehen als „risikoadjustiertes Preising“. Demnach werden bereits Personen, deren „Schufa – Scoring“ bei 97 liegt, negativ sanktioniert. Betroffene erhalten Kredite zu schlechteren Konditionen. Zudem kann man Online – Einkäufe lediglich per Vorkasse tätigen.

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Woher erhalten die Auskunfteien ihre Informationen?

Die Wirtschaftsauskunfteien unterhalten zahlreiche Verbundpartnerschaften mit Unternehmen. So kooperiert die Schufa etwa mit vielzähligen Geldinstituten und Telekommunikationsunternehmen. Verträge dieser Kooperationspartner enthalten eine sogenannte „Schufa – Klausel“. Daher stimmen Verbraucher bei Vertragsabschluss der Datenübermittlung an die Schufa zu. Auf diese Weise fließen fortwährend neue Informationen in die Datenbanken ein. Die verschiedenen Wirtschaftsuskunfteien nutzen zum Teil unterschiedliche Erhebungsmechanismen und Quellen. Somit basieren die einzelnen Score – Berechnungen auf unterschiedlichem Datenfluss.

Welche Auskunfteien gibt es?

In Deutschland gibt es 6 führende Auskunfteien:

  • Die „accumio finance services GmbH“ gehört der Telekom an. Das Unternehmen nutzt zu ihrer Berechnung die Informationen von Schuldnerverzeichnis -, Insolvenz-, Geschäftsbeziehungsdaten sowie Identitätsdaten.
  • Die „Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG“ zählt zu dem Konzernverbund von Otto und Allianz. Die Scorebewertung der „Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG“ stützt sich dabei auf Daten öffentlicher Register und Zahlungserfahrungen.
  • Die „CEG Creditreform Consumer GmbH“ stützt die Berechnung ihres Scoring auf Identitätsdaten und bisherigen Geschäftsbeziehungen.
  • Die „Deltavista GmbH“ zieht Zahlungsausfälle, Personen- und soziodemographische Daten heran. Folglich fließen somit auch Informationen zu Beruf, Einkommen und Familienstand in die Wertung ein.
  • Die „infoscore Consumer Data GmbH“ ist dem Bertelsmann – Konzernverbund zuzuordnen. Der Scorewert setzt sich aus Informationen aus dem Schuldnerverzeichnis, Inkasso- und Insolvenzvorgängen zusammen. Zusätzlich wird auch die Adresse und das Wohnumfeld in die Wertung einbezogen.
  • Das Scoring der „Schufa Holding AG“ basiert auf spezifischen Informationen zu Kreditgeschäften sowie Finanzdaten.

Fazit

Da ein schlechtes individuelles Scoring negative Konsequenzen mit sich bringt, sollte man als Verbraucher gemäß § 34 BDSG einmal jährlich eine kostenfreie Bonitätsauskunft einholen. Diese Auskunft kann man bei den einzelnen Unternehmen anfordern und auf ihre Richtigkeit hin zu prüfen. Laut § 35 BDSG besitzen Verbraucher das Recht falsche Einträge optional berichtigen oder löschen zu lassen. Lediglich auf diesem Weg erhält man eine Transparenz bezüglich der eigenen vermeintlichen Bonität.