Was sind Anleihen?

Eine Anleihe gehört zu der Klasse der Wertpapiere und kann an der Börse gehandelt werden. Sie lässt sich vom Prinzip her mit einem Kredit vergleichen. Ein Unternehmen oder Staat benötigt Geld und nimmt einen Kredit auf, indem er sich das Geld von Anlegern leiht. Dies können private Anleger sein oder größere Investoren. Die EZB etwa kauft aktuell im Rahmen der Zinspolitik massenhaft Staatsanleihen auf, um Geld in den Markt zu pumpen, die Inflation zu erhöhen und damit indirekt die Wirtschaft in Schwung zu bringen. Ein vorher festgelegter Zinssatz garantiert dem Anleger ein jährliches, regelmäßiges passives Einkommen, weshalb Anleihen gerne als Kapitalanlage für Vermögensaufbau genutzt werden. Der große Vorteil dieses Finanzprodukts besteht darin, dass der Schuldner sich einen sehr großen Geldbetrag von vielen Menschen leihen kann. Ein einzelnes Finanzinstitut könnte diese Summen, die sich nicht selten im mehrstelligen Millionenbereich bewegen, nicht alleine stemmen und verleihen.

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Wie funktioniert nun der Handel an der Börse?

Bei der Emission einer Anleihe wird die geliehene Summe festgelegt und in sogenannte Teilschuldverschreibungen aufgeteilt. Benötigt ein Unternehmen zum Beispiel 100 Millionen Euro, wobei eine Teilschuldverschreibung 1000 Euro darstellt, ergeben sich 100 000 Teilschuldverschreibungen, welche an der Börse zum Verkauf angeboten werden. Der Mindestanlagebetrag liegt also bei 1000 Euro, um Gläubiger des Unternehmens zu werden. Analog wie bei Aktien besitzen auch Anleihen einen Kurs. Dieser enthält die Information, wie viel Prozent des Nennwerts einer Teilschuldverschreibung zu bezahlen sind, um in den Besitz einer solchen zu kommen. Liegt der Kurs unter 100, muss der Käufer in obigem Beispiel nicht die vollen 1000 Euro bezahlen, liegt er über 100 hat er mehr als den eigentlichen Nennwert zu investieren. Somit lassen sich nicht nur Zinsen, sondern auch Kursgewinne erwirtschaften. Wie für die Börse üblich wird der Preis von Angebot und Nachfrage bestimmt. Am Ende der Laufzeit wird den Anlegern der Kredit ausbezahlt.

Die wichtigsten Arten von Anleihen

Die Standardform bietet dem Anleger einen festen, garantierten Zinssatz über die gesamte Laufzeit hinweg, ehe zum Schluss die Schulden beglichen werden. Der sogenannte Zerobond beansprucht keine Zinsen für sich. Stattdessen erlangen Gläubiger Gewinne alleine durch die Kursdifferenzen. Die Anleihe wird zu einem sehr niedrigen Kurs emittiert, sodass nur ein Bruchteil des eigentlichen Nennwerts bezahlt werden muss. Ausbezahlt bekommt man am Ende aber natürlich den vollen Nennbetrag. Anleihen mit variablem Zinssatz, sogenannte Floater, besitzen keinen festen Zinssatz. Stattdessen wird dieser den jeweiligen Kapitalmarktzinsen immer wieder angepasst.

Vor- und Nachteile dieser Anlagemöglichkeit

Vorteile von Anleihen

  • kleineres Risiko als bei Einzelaktien
  • geringe Volatilität
  • hohe Zinsen und Kursgewinne möglich
  • zuverlässige Zinszahlungen
  • Gläubiger werden im Insolvenzfall gegenüber Aktionären vorrangig behandelt

Nachteile von Anleihen

  • Bonitätsrisiko: Deshalb sollte auf ein ausreichend stabiles Unternehmen gesetzt werden, gerade wenn die Restlaufzeit länger ist. Die bekanntesten Ratingagenturen zur Bonitätsprüfung sind Standard & Poors, Moodys und Fitch.
  • begrenzte Renditechancen: Im Gegensatz zu Aktien, die theoretisch durch die Decke schießen können, bekommt der Gläubiger maximal den Nennbetrag ausbezahlt.
  • Kursverluste während der Laufzeit möglich, wenn zu einem niedrigeren Kurs wieder verkauft wird.
  • kein Mitspracherecht