Was bedeutet Abzahlungskauf?

Abzahlungskauf ist ein eigentlich veralteter Begriff für den Teilzahlungskauf, den Käufer ebenso wie einige Händler weiterhin nutzen. Die meisten Verbraucher sprechen heute von einem Ratenkauf, während der Gesetzgeber den Fachbegriff Finanzierungskauf verwendet. Ein Unterschied zwischen den Begriffen besteht insoweit, als auch die über den Händler und die Autobank abgewickelte Fahrzeugfinanzierung zu den Abzahlungskäufen gehört. Sie wird von den Fahrzeugkäufern jedoch in der Regel nicht als Teilzahlungskauf, sondern als Sonderform des Ratenkredites wahrgenommen.

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Die Grundlagen und die Varianten des Abzahlungskaufs

Bei einem Abzahlungskauf erhält der Kunde die Ware, obgleich er den Kaufpreis noch nicht vollständig bezahlt hat. Ein Eigentumsvorbehalt des Lieferanten bis zur kompletten Zahlung ist möglich. Für die Abwicklung der Ratenzahlungen bestehen drei Möglichkeiten:

  • Der Verkäufer führt die Ratenzahlung in eigener Regie durch.
  • Die Ratenzahlung erfolgt über eine konzerneigene Bank.
  • Die Abwicklung der Teilzahlung findet über eine mit dem Händler kooperierende Geschäftsbank statt, an die der Verkäufer den Teilzahlungsvertrag weiterleitet.

Auch wenn die Kunden über einen vom Händler abweichenden weiteren Vertragspartner informiert werden müssen, nehmen die meisten Verbraucher den Unterschied zwischen diesen drei Varianten des Abzahlungskaufs kaum wahr.

Einfache Zugänglichkeit des Teilzahlungskaufes

Der Zugang zu einem Abzahlungskaufvertrag ist deutlich einfacher als die Beantragung eines Kredites. In vielen Fällen bietet der Händler eine vereinfachte Bonitätsprüfung ohne Vorlage des Gehaltsnachweises an, sofern der Kaufpreis einen für diese Form der Abwicklung festgelegten Betrag nicht überschreitet. Eine zweite Besonderheit besteht in der Ergebnisanzeige nach einer Schufa-Anfrage. Wenn diese durch einen Händler statt durch eine Vollbank eingereicht wird, erscheinen in der Auskunft lediglich eventuell vorhandene Negativmerkmale und ein Scorewert, nicht jedoch möglicherweise bereits bestehende Kreditverbindlichkeiten.

Auch beim Weiterleiten des Teilzahlungsvertrages an eine kooperierende Bank holt häufig der Händler die Schufa-Auskunft ein, sodass die zusätzliche Kreditaufnahme trotz umfangreicher bestehender Verbindlichkeiten leicht möglich ist. Der Verzicht auf den Gehaltsnachweis vereinfacht die Kaufabwicklung. Sobald die Kreditabwicklung über eine Bank erfolgt, muss sie jedoch das Monatseinkommen erfragen, auch wenn sie dazu keinen Nachweis anfordert. Wenn der Händler den Abzahlungskauf in eigener Regie durchführt, ist er nicht zur Nachfrage nach dem Einkommen verpflichtet. Einige Versandhäuser räumen die Möglichkeit zum Abzahlungskauf grundsätzlich erst ab der zweiten Bestellung ein oder verlangen von Neukunden eine Anzahlung. Sie stufen die Bonität des Bestellers als ausreichend ein, wenn dieser den geforderten Anzahlungsbetrag überweist.

Oftmals günstige Zinsen bei Teilzahlungen

Wie bei allen sonstigen Kreditarten ist die Angabe des effektiven Jahreszinssatzes beim Abzahlungskauf gesetzlich vorgeschrieben. Die meisten Händler berechnen ihren Kunden entweder äußerst niedrige oder keinerlei Zinsen für die Nutzung der Abzahlung des Kaufpreises in Teilbeträgen. Der Verzicht auf die Verzinsung bei einem Abzahlungskauf motiviert Verbraucher oftmals, ohne weiteren Preisvergleich beim entsprechenden Händler zu kaufen. In vielen Fällen bietet ein Mitbewerber, der seinen Kunden keine Abzahlungsmöglichkeit einräumt, jedoch dieselben Produkte zu einem deutlich günstigeren Kaufpreis an. Aus diesem Grund sollte sich ein sorgfältiger Preisvergleich sowohl auf die Zinsen als auch auf die Warenpreise beziehen. Verschiedene Banken haben auf die zahlreichen Händlerangebote zum Abzahlungskauf reagiert und bieten für unterschiedliche Zwecke Ratendarlehen zu vergünstigten Konditionen, wenn der Kunde das Geld für einen bestimmten Verwendungszweck nutzt und die vereinbarte Kreditverwendung nachweist.