Was bedeutet Abzahlungsfrist?

Mit dem Wort Abzahlungsfrist wird der Zeitraum bezeichnet, in dem der Kreditnehmer seinen Kredit zurückgezahlt haben muss. Die Abzahlungsfrist wird aus den Daten berechnet, die zum Zeitpunkt der Kreditgewährung bekannt sind. Es ist also ein vorausberechneter Zeitraum, nach dem der Kreditnehmer seine Schulden bei einem Kreditgeber getilgt hat und wieder schuldenfrei ist. Die Abzahlungsfrist kann von der Vertragsdauer abweichen.

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Der Rückzahlungsplan

Der Rückzahlungsplan ist eine Aufstellung über die Rückzahlungsweise der Raten für den Kredit. Der Beginn der Abzahlungsfrist, die monatlichen Raten und ihre Höhe, die laufende Kreditsumme, die noch abgezahlt werden muss und das Ende der Abzahlungsperiode werden hier definiert. Er ist eine Aufstellung nach Datum und somit eine Orientierungshilfe für den Kreditnehmer.

Veränderungen der Abzahlungsfrist

Die Frist, in welcher ein Kredit zurückgezahlt werden soll, ist eine voraussichtliche, weil sie in der Zukunft liegt und das tatsächliche Rückzahlungsverhalten des Kreditnehmers nur prognostiziert werden kann. In der Realität ist eine Abweichung der Rückzahlung von der Abzahlungsfrist möglich. Die Abzahlungsfrist kann somit kürzer oder länger sein. Kann der Kreditnehmer den Rückzahlungsplan nicht einhalten, verlängert sich die Abzahlungsperiode. Kann er schneller zahlen als geplant, verkürzt sich die Abzahlungsperiode.

Das Kreditunternehmen wird sich immer wünschen, dass der Zeitraum der Abzahlung eingehalten wird. Falls der Kreditnehmer zu spät oder vielleicht gar nicht mehr zahlt, ist das Risiko des Kreditgebers, dass er einen teilweisen oder totalen Ausfall seiner Forderung erleben muss, sehr hoch. Oft wird versucht, das Problem mit zusätzlichen Verzugszinsen in den Griff zu bekommen. Auch der umgekehrte Fall einer frühzeitigen Rückzahlung des Kredites ist nicht unbedingt im Interesse des Kreditgebers. In dem Fall entgehen dem Kreditgeber Zinsgewinne. Mit einer Vorfälligkeitsentschädigung, also einer Gebühr für entgangene Zinsen, versucht der Kreditgeber diese Opportunitätskosten zu kompensieren.

Gründe für eine Verlängerung oder Verkürzung der Abzahlungsperiode

Einige Gründe für eine Verlängerung der Kreditlaufzeit:

  • Der Kreditnehmer erlebt einen finanziellen Engpass und kann die Kreditraten nicht mehr fristgerecht zahlen.
  • Die Zinsen steigen, wodurch auch die monatliche finanzielle Belastung des Kreditnehmers steigt.
  • Im Falle eines Darlehens in einer Fremdwährung entwickelt sich die fremde Währung ungünstiger als vorhergesagt.

Gründe für die Verkürzung der Abzahlungsperiode können beispielsweise sein:

  • Der Kreditnehmer hat mehr Geld zur Verfügung als vorgesehen und kann nun schneller, mittels höherer Raten oder einer einmaligen Summe, den Kredit abzahlen.
  • Die Zinsen sinken und Geld, das durch die Zinsen gebunden war, wird frei und hilft bei der Kreditrückzahlung.
  • Kursgewinne bei einem Fremdwährungsdarlehen erhöhen das verfügbare Geld, womit das Darlehen schneller zurückgezahlt werden kann.

Für das Kreditinstitut gilt es, das Risiko zu begrenzen, wenn der Kreditnehmer länger als geplant braucht, um das Darlehen zurückzuzahlen. Verkürzt sich die Frist, will die Bank dennoch ein profitables Geschäft durchführen und entgangene Zinsgewinne ausgleichen.

Die Ratenanpassung

Einer Veränderung der vereinbarten Abzahlungsfrist kann mit einer Anpassung der rückzahlbaren Raten begegnet werden. Die monatliche Summe, die zurückgezahlt werden soll, wird entweder größer oder geringer. Im Falle einer endfälligen Fremdwährungsfinanzierung mit einem Tilgungsträger wird von der Bank oft eine Anpassung der Ansparung der Lebensversicherung oder des Wertpapierdepots verlangt. Steigt nun trotz Maßnahmen wie der Ratenanpassung das Risiko der Bank und eine totaler oder teilweise Unmöglichkeit der Rückzahlung des Kredites wird wahrscheinlich, kann das Kreditinstitut den Kredit kündigen und gegebenenfalls Klage einreichen.