Abzahlungsfrist

Mit dem Wort Abzahlungsfrist wird der Zeitraum bezeichnet, in dem der Kreditnehmer seinen Kredit zurückgezahlt haben muss. Die Abzahlungsfrist wird aus den Daten berechnet, die zum Zeitpunkt der Kreditgewährung bekannt sind. Es ist also ein vorausberechneter Zeitraum, nach dem der Kreditnehmer seine Schulden bei einem Kreditgeber getilgt hat und wieder schuldenfrei ist. Die Abzahlungsfrist kann von der Vertragsdauer abweichen.

Der Rückzahlungsplan

Der Rückzahlungsplan ist eine Aufstellung über die Rückzahlungsweise der Raten für den Kredit. Der Beginn der Abzahlungsfrist wird genannt, die monatlichen Raten und ihre Höhe, die laufende Kreditsumme, die noch abgezahlt werden muss und das Ende der Abzahlungsperiode. Der Rückzahlungsplan ist eine Aufstellung nach Datum und somit eine Orientierungshilfe für den Kreditnehmer.

Veränderungen der Abzahlungsfrist

Die Frist in der ein Kredit zurückgezahlt werden soll, ist eine voraussichtliche, weil sie in der Zukunft liegt und das tatsächliche Rückzahlungsverhalten des Kreditnehmers nur prognostiziert werden kann. In der Realität ist eine Abweichung der Rückzahlung von der Abzahlungsfrist möglich. Die Abzahlungsfrist kann somit kürzer oder länger sein. Kann der Kreditnehmer den Rückzahlungsplan nicht einhalten, verlängert sich die Abzahlungsperiode, kann er schneller zahlen als geplant, verkürzt sich die Abzahlungsperiode.

Das Kreditunternehmen wird sich immer wünschen, dass Zeitraum der Abzahlung eingehalten wird. Der Kreditnehmer zahlt zu spät oder vielleicht gar nicht mehr, dann ist das Risiko des Kreditgebers, dass er einen teilweisen oder totalen Ausfall seiner Forderung erleben muss sehr hoch. Oft wird versucht das Problem mit zusätzlichen Verzugszinsen in den Griff zu bekommen. Auch der umgekehrte Fall eine frühzeitige Rückzahlung des Kredites ist nicht nach den Wünschen des Kreditgebers. In dem Fall entgehen dem Kreditgeber Zinsgewinne. Mit einer Vorfälligkeitsentschädigung, also einer Gebühr für entgangene Zinsen, versucht der Kreditgeber dem Risiko, dass ihm Zinsgewinne entgehen, zu begegnen.

Gründe für eine Verlängerung oder Verkürzung der Abzahlungsperiode.

Einige Gründe für eine Verlängerung der Kreditlaufzeit: Der Kreditnehmer erlebt einen finanziellen Engpass und kann die Kreditraten nicht mehr fristgerecht zahlen. Die Zinsen steigen, wodurch auch die monatliche finanzielle Belastung des Kreditnehmers steigt. Im Falle eines Darlehens in einer Fremdwährung entwickelt sich die fremde Währung ungünstiger als vorhergesagt.

Gründe für die Verkürzung der Abzahlungsperiode können beispielsweise sein:

  • Der Kreditnehmer hat mehr Geld zur Verfügung als vorgesehen und kann nun schneller, dank höheren Raten oder einer einmaligen Summe, den Kredit abzahlen.
  • Die Zinsen sinken und Geld, das durch die Zinsen gebunden war, wird frei und hilft bei der Kreditrückzahlung. Kursgewinne bei einem Fremdwährungsdarlehen erhöhen das verfügbare Geld, womit das Darlehen schneller zurückgezahlt werden kann.

Die Bank, die erkennen muss, dass der Kreditnehmer sich außerhalb des Rückzahlungsplans bewegt, wird versuchen ihn in den Rahmen der Abzahlungsfrist zurück zu bringen. Für das Kreditinstitut gilt es, das Risiko zu begrenzen, wenn der Kreditnehmer länger als geplant braucht, um zurückzuzahlen. Verkürzt sich die Frist, will die Bank davon profitieren und entgangene Zinsgewinne ausgleichen.

Die Ratenanpassung

Einer Veränderung der vereinbarten Abzahlungsfrist kann mit einer Anpassung der rückzahlbaren Raten begegnet werden. Die monatliche Summe, die zurückgezahlt werden soll, wird entweder mehr oder weniger. Im Falle einer endfälligen Fremdwährungsfinanzierung mit einem Tilgungsträger wird von der Bank oft eine Anpassung der Ansparung der Lebensversicherung oder des Wertpapierdepots verlangt. Steigt nun trotz Maßnahmen wie der Ratenanpassung das Risiko der Bank und eine totaler oder teilweise Unmöglichkeit der Rückzahlung des Kredites wird wahrscheinlich, kann das Kreditinstitut den Kredit kündigen und gegebenenfalls Klage einreichen.